Autor: Joachim Lang

Selbständigen und freien Mitarbeitern mehr Raum geben wegen Corona

Die meisten erfolgreichen Selbständigen haben einmal klein angefangen. Meist mit nur einem Kunden. Dann gewann man irgendwann einen zweiten, schließlich noch mehr. Das ist in vielen Branchen so und bei Ingenieuren in unserem Bereich Engineering nicht anders. Ich habe zahlreiche umtriebige Menschen kennengelernt, die als Selbständige heute sehr erfolgreich einzelne Unternehmen unterstützen und beraten – heute oft abwertend als „Solo-Selbständige“ bezeichnet.  Doch mit nur einem Kunden zu arbeiten, ist rechtlich problematisch und durch die schärfere Auslegung der Vorschriften und Gesetze oft nicht mehr zulässig. Der Gesetzgeber sieht darin den Fall von Scheinselbständigkeit. Mit deren Verbot hat man die Sozialversicherung stärken und die spätere finanzielle Absicherung von Freischaffenden gewährleisten wollen. Aber wie starte ich als Selbständiger ein Unternehmen, wenn ich zu Beginn nicht einen, sondern gleich zwei Kunden auf einmal gewinnen und vorweisen muss? – Diese Frage ist wieder aktuell, weil vielen Freien die Kunden weggebrochen sind. Zum Ende der Corona-Pandemie und ihrer Einschränkungen werden wieder viele Branchen den Betrieb hochfahren. Dann brauchen wir Flexibilität. Ich spreche mit selbständigen Ingenieuren ebenso wie mit Unternehmern, und für … weiterlesen

Freihandelsabkommen: Das können Staaten und Unternehmen tun

Während wir uns in den westlichen Staaten mit den Einschränkungen und Auswirkungen der Corona-Pandemie beschäftigen, schlossen China und 14 Asien-Pazifik-Staaten das bislang größte Freihandelsabkommen: das RCEP, das ein Drittel des Welthandels umfasst. Das war für manchen eine Überraschung, zumal in den vergangenen Jahren – befeuert durch viele Nationalismus-Tendenzen – eher von Abschottung, als von Zusammenarbeit die Rede war. Und nun: Freihandel. Für mich die einzige richtige und logisch-konsequente Lösung. Die Corona-Pandemie hat uns zwar gezeigt, dass das globale Miteinander Risiken in sich birgt, wenn ein Virus schnell und ungehindert durch die gesamte Welt reist. Doch viel größer als die Risiken sind die Chancen, die der freie Handel miteinander bietet. Was wir in der Welt von heute und morgen brauchen, ist Zusammenarbeit. In der Wirtschaft ebenso wie in der Wissenschaft. Den grenzübergreifenden Bemühungen um die Produktion eines wirksamen Corona-Impfstoffes geht die ebenso grenzübergreifende wissenschaftliche virologische und mikrobiologische Forschung voraus. Die erfolgreichsten Ansätze, die wir dazu derzeit sehen, entstehen (mehr oder weniger sichtbar) in Kooperationen von Beteiligten aus mehreren Staaten. Wachstum und Erfolg basieren auf freiem Handel … weiterlesen

Rechtsanspruch auf Homeoffice schadet Beschäftigten und Unternehmen

In der zweiten Welle der Corona-Pandemie, die uns derzeit erwischt, zeigt sich einmal mehr: Deutschland steht im Vergleich zu vielen anderen Industrie-Nationen gut da. Wir haben weniger Infektions- und Todesfälle. Und ein zweiter Lockdown, der unserer Wirtschaft branchenübergreifend schaden würde, wurde bisher vermieden. Viele Regeln für das Zusammenleben wurden getroffen, und die meisten Menschen (leider nicht alle) agieren klug und weitsichtig. Unternehmen und Beschäftigte reagieren seit März immer wieder flexibel auf die Entwicklung der Pandemie. Dazu gehört, dass viele Arbeitnehmer soweit nötig und möglich vom Büro ins Homeoffice wechseln. Aus dieser Not heraus nun aber einen generellen Rechtsanspruch auf pauschal 24 Tage Homeoffice für alle Arbeitnehmer zu basteln, ist grundfalsch. Es ist populistisch und schadet der Wirtschaft ebenso wie den Beschäftigten. Es zeigt auch, dass es einigen Politikern an dem nötigen Einblick in die Wirklichkeit der Betriebsabläufe fehlt. Grenzen und Unterschiede beim Homeoffice Denn Homeoffice ist schlicht nicht immer möglich. Sei es aus Gründen der Arbeitsabläufe, wegen der technischen Voraussetzungen wie IT-Anbindung oder fehlender Geräte zu Hause oder wegen der gebotenen Vertraulichkeit. Auch die Frage, … weiterlesen

Corona-Krise: Wir brauchen weniger Regulierung und mehr Eigenverantwortung

In der Zeitung „Die Welt“ war vor kurzem zu lesen, Deutschland drohe eine „globale Außenseiterrolle“. Doch die Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie treffen nicht nur die Außenwirtschaft des Export-Weltmeisters. Hinzu kommen zahlreiche neue Vorschriften, Gesetze und Regelungen, die uns in der Corona-Krise absichern sollen, dabei aber unser wirtschaftliches Handeln oft einschränken.

Folgen der Corona-Krise für Arbeitgeber und Hochschul-Absolventen

In den vergangenen Jahren haben wir oft gesagt: Ingenieure und Techniker können sich ihre Arbeitgeber fast aussuchen. Fachleute mit Technik-Background waren stark gesucht, der Markt zumindest der qualifizierten Bewerber war leergefegt. Das galt in fast allen Technik-relevanten Branchen gleichermaßen, egal ob Fahrzeugindustrie, Optik oder Maschinenbau. Das ist in diesem Jahr etwas anders. Wegen der Folgen der Corona-Krise kümmern sich viele Betriebe vor allem im Fahrzeugbau (Pkw ebenso wie Nutzfahrzeuge) in erster Linie darum, ihr eigenes Überlegen zu sichern und bestehende Mitarbeiter zu halten. Es werden deutlich weniger neue Arbeitskräfte gesucht. Für viele Absolventen der Technik- und Ingenieur-Fächer, die in diesem Jahr die Hochschule verlassen, ist das ein Problem. Absolventen: Gerade jetzt Kompetenzen aufbauen In einem Vortrag an der Technischen Hochschule Ulm habe ich Studierenden und Absolventen vor kurzem nahegelegt, sich davon nicht entmutigen zu lassen. Im Gegenteil: Sie müssen sich gerade jetzt um eine umfassende Qualifikation und fachliche Kompetenz bemühen. Durch den Bologna-Prozess und andere Einflüsse ist die fachliche Qualität der Absolventen in den vergangenen Jahren deutlich gesunken. Wir sehen das regelmäßig an Bewerbungen, die … weiterlesen

Zeitarbeit und Werkverträge sichern den Technologie-Standort Deutschland

Als vor einigen Wochen beim Schlachtbetrieb Tönnies zahlreiche Mitarbeiter positiv auf das Corona-Virus getestet wurden, gerieten erneut das Instrument der Werkverträge und die Arbeitnehmerüberlassung (ANÜ) in den Focus der politischen und öffentlichen Diskussion. Obwohl das eine (Corona) mit dem anderen (Werkverträge) erst einmal gar nichts zu tun hat. Aber wir kennen es schon aus den vergangenen Jahren: Kommt irgendwo ein Skandal beim Umgang von Arbeitgebern und Unternehmen mit ihren Angestellten ans Tageslicht, machen einige Politiker sehr schnell Beschäftigungsverhältnisse und Arbeitsverträge als Wurzel allen Übels aus. Doch das greift regelmäßig zu kurz und ist auch völlig falsch.  Nun sollen also Werkverträge und Arbeitnehmerüberlassung in der Fleischindustrie verboten werden. Und im Bundesarbeitsministerium gab es – so berichteten es einige Medien – deutlich wahrnehmbare Überlegungen, dieses Verbot auf andere Branchen auszuweiten. Immer wieder gibt es solche Vorschläge, immer wieder werden ANÜ, Zeitarbeit und Werkverträge als verwerfliche Übeltaten dargestellt – und immer wieder verunsichert das Unternehmen und Beschäftigte. Weil „Ausbeutung“ zwar eine „Schande“ ist, wie Arbeitsminister Heil sagte, weil aber nicht jeder Werkvertrag einer Ausbeutung gleichkommt. Und weil diese … weiterlesen

Soft Skills sind mehr als ein Muss – auch für Ingenieure

Ingenieuren wird oft nachgesagt, sie seien Kommunikationsmuffel. Das ist in der Verallgemeinerung natürlich falsch. Richtig ist, dass eine hervorragende fachliche Kompetenz nicht ausreicht, um ein guter Ingenieur zu sein. Neben der fachlichen Verantwortung gehört immer mehr die Führung von Projekten und Mitarbeitern dazu. Was man dafür neben dem Fachwissen noch braucht, sind die so genannten Soft Skills. Neulich habe ich eine gute Headline gelesen: Soft Skills sind keine Option, sie sind ein Muss. Genauso ist es. Soft Skills sind in jedem beruflichen (und auch privaten) Miteinander von großer Bedeutung. Sie werden den meisten nicht in die Wiege gelegt, man kann sie sich aber aneignen. Durch Coaching (wir nutzen dafür seit einiger Zeit sehr erfolgreich auch Pferde-gestütztes Coaching, regelmäßiges Training oder Seminare.  In dem oben erwähnten Beitrag werden beispielhaft drei Fähigkeiten genannt, die zu den Soft Skills zählen: Zeitmanagement, Empathie und Organisationsgeschick. Alle drei Punkte haben mit Ingenieur-Wissen oder technischer Kompetenz nicht direkt zu tun. Sie sind aber ebenso wichtig. Gerade während des Corona-bedingten Shutdown mit Homeoffice und Kurzarbeit waren Organisationsgeschick sowie Zeit- und Selbstmanagement sehr wichtig. Sich … weiterlesen

Mit dem Rad zur Arbeit

morgen am Freitag ist der „Auf-Arbeit-Radeln-Tag“ – er wurde vor über 60 Jahren in den USA ins Leben gerufen („Bike-to-Work Day“) und findet immer am dritten Freitag im Mai statt. Beschäftigte auf der ganzen Welt sind dann aufgerufen, den Weg zur Arbeit statt im Auto auf dem (Fahrrad!)Sattel zurückzulegen. Dass in diesem Jahr weltweit Millionen Arbeitnehmer wegen der Reaktionen auf das Coronavirus gar nicht zur Arbeit kommen, sondern zu Hause arbeiten oder – gerade in den USA – ihren Job verloren haben, ist ein gewaltiger Wermutstropfen. Die Initiative erinnert uns aber daran, dass Bewegung auch in einem veränderten Alltag mit Homeoffice oder Kurzarbeit nicht zu kurz kommen darf. In Deutschland gibt es außerdem die Aktion „Mit dem Rad zur Arbeit“. Sie wird vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub ADFC und der AOK in Zusammenarbeit u.a. mit unserem Kooperationspartner JobRad* angeboten. Wer mitmachen möchte, kann sich auf der Website (https://www.mit-dem-rad-zur-arbeit.de) registrieren und evtl. in Teams organisieren. Unter allen Rad-Pendlern werden monatlich Preise verlost, bundesweit gibt es schon 260.000 Teilnehmer und fast 23.000 Teams. Die Macher schreiben in diesem … weiterlesen